Stellungnahme zu den Vorkommnissen im ZEGG Sommercamp und den Vorwürfen gegenüber G&C

von Lisa Breithut, Gemeinschaft Terra Nova Schweiz

Ich bin Mitglied der Gemeinschaft Terra Nova Schweiz, die seit 1,5 Jahren eng mit G&C befreundet ist und zusammenarbeitet. Zusammen mit drei weiteren Gemeinschaftsmitgliedern und drei Freunden aus G&C waren wir im ZEGG Sommercamp, um die Organisatoren des ZEGG Sommercamps (Achim, Ina, Christa) zu unterstützen. Hier beziehe ich Stellung zu dem Artikel von Emil Friis über die Vorkommnisse im Sommercamp und den Vorwürfen gegenüber G&C und berichte von meinen eigenen Erfahrungen.

Zu meinen Erfahrungen mit G&C:

Seit 1,5 Jahren verbringe ich mit meiner Gemeinschaft viel Zeit in Lülsfeld. Als Gemeinschaft Terra Nova Schweiz teilen wir dieselbe Ausrichtung wie G&C: um in der Welt etwas verändern zu können, braucht es Innenarbeit, das Erkennen und Lieben unserer unbewussten und destruktiven Anteile (Schatten), sowie das Anerkennen unserer Größe und Verantwortung. Tun wir das nicht, agieren wir weiter den in uns herrschenden Krieg im Außen aus. Diese Teile in uns zu sehen und nicht mehr weg zu schauen, weder im Innen noch im Außen, schafft Heilung der verletzten Anteile in uns, führt zu Vertrauen und echter Verbindung zwischen den Menschen und zu Frieden. Damit bedeutet Liebe für mich nicht, mich wohlzufühlen, sondern alles zu sehen und alles zu fühlen, um dem, was nicht in Liebe ist, liebevoll zu begegnen und bewusst zu handeln.

G&C blickt dazu tief in die Tabuthemen unserer Gesellschaft wie Macht, Sex, Tod und Geld. Die Menschen hier, vor allem die Prozessbegleitung hat die Gabe, Menschen hinter ihren Strukturen und Bildern zu sehen, zu berühren und Heilung zu bewirken. Ich habe wunderschöne berührende Räume erfahren und erlebe Liebe, Verbindung und Vertrauen unter Menschen wie nirgendwo anders. Das heißt nicht, dass ich mich immer gut fühle. Die Teile in mir und bei anderen zu fühlen, die destruktiv sind, kann schmerzhaft und unangenehm sein. Aber Heilung und Öffnung passiert genau da, wo wir durch diese Stellen durchgehen, in der Liebe und dem Gehalten-sein von anderen. Die Räume und die Prozesse, die wir gemeinsam erleben, sind intensiv. Diese Arbeit ist Kulturarbeit hin zu einer neuen, liebevollen Kultur des Miteinanders. Dafür braucht es das Ausbrechen aus alten Mustern. Jeder ist freiwillig hier und kann diese Arbeit machen. Jeder kann jederzeit gehen, bzw wird sogar aufgefordert, Räume oder die Gemeinschaft zu verlassen, wenn man nicht mitgehen kann oder will. Die Sektenvorwürfe und Vorwürfe zu rechtlichen Verstößen gegen G&C wurden von der Staatsanwaltschaft eingehend geprüft und erwiesen sich als haltlos. Es macht mich traurig und wütend, dass solche unwahren Geschichten und Verleumdungen über G&C an vielen Orten wiederholt werden. Ich erfahre die Arbeit und Wirkweise von G&C als heilsam und wertvoll für zukünftiges Zusammenleben.

ZEGG und G&C

Dass sich das ZEGG jetzt von der Zusammenarbeit mit G&C zurückzieht, finde ich sehr bedenklich. Denn ich sehe, dass es für die Zukunftsfähigkeit von Gemeinschaften die tiefe Verbindung und gegenseitige Unterstützung zwischen Gemeinschaften braucht. Die Gruppe “ZEGG-Lichter” geht in der Zusammenarbeit mit G&C für das Weiterführen und Leben der Ursprungsvision des Meigaprojekts im ZEGG und für ernsthafte Innenarbeit, die es dringend braucht. Dieser Impuls sollte unterstützt werden und nicht, wie es gerade im ZEGG passiert, mit Ausgrenzung der ZEGG-Lichter Mitglieder in der eigenen Gemeinschaft enden.

ZEGG Sommercamp

Wir-Räume

Mit der Intention des Sommercamps “Kulturwandel 2.1” sollte authentische zwischenmenschliche Verbindung erfahrbar werden. Die Wir-Räume waren neben den Vorträgen und den Arbeitsgruppen am Nachmittag ein wesentlicher Bestandteil des Camps, um miteinander in Kontakt zu kommen. In diesen Räumen kann und soll sich jeder beteiligen, eigene Themen einbringen, seine Wahrnehmung teilen und sich eine Meinung bilden. Wir von Terra Nova Schweiz und die Mitglieder von G&C waren vom Organisationsteam des Sommercamps als unterstützende Raumhalter in die Wir-Räumen eingeladen, da wir Erfahrung im Halten dieser Räume haben. In den ersten Wir- Räumen zeigte sich vor allem die gespaltene Haltung des ZEGGs und auch der Camp Teilnehmer gegenüber G&C, wo Felix angeschrien und von verschiedenen Personen angegriffen wurde. Die Raumhalter und Felix selbst hatten immer eine respektvolle und liebevolle, aber auch klare und deutliche Haltung jedem Teilnehmer gegenüber und konfrontierten klar die respektlose Haltung einiger Teilnehmer, die in keinem Fall angemessen war, erst recht nicht in einem Raum, indem es um konstruktives Miteinander geht. Die Menschen kamen freiwillig in diese Räume und es wurde zuvor klar angekündigt, dass diese der Innenarbeit dienen und es darum geht, Feedback (Spiegel) und Begleitung in eigenen Themen durch die Raumhalter und aller Teilnehmer zu bekommen. In den Wir-Räumen wurde sichtbar, was unter der Scheinharmonie steckt, die Emil Friis als “leuchtende Hippie-Liebe in den Augen der Teilnehmer” beschreibt. Die darunter liegende aggressive und respektlose Haltung einiger Teilnehmer wurde von den Raumhaltern nicht verurteilt, aber angesprochen, denn es geht darum, uns diese bewusst zu machen. Die Verdrehung, die dann oft passiert, ist dass der Angreifer seine Attacke auf die Raumhalter projiziert. Daher war die Stimmung vor allem im erste Wir Raum angespannt. Im Verlauf der weiteren Wir-Räume, haben sich immer mehr Teilnehmer geöffnet und sich von den klaren Feedbacks berühren lassen. So sind sehr wertvolle Prozesse entstanden, in denen sich Menschen authentisch mit ihren Themen zeigten und eine wahre Verbindung entstand.